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Was ist BURNOUT?

Eine in Mode gekommene Bezeichnung eines Zustandes der Erschöpfung?
Letztendlich gibt es für den Zustand des BURNOUTs keinen medizinisch festgelegten Diagnoseschlüssel.
Fakt ist aber, dass immer mehr Menschen unter den vielfältigen Symptomen eines BURNOUTs leiden, wie auch allgemein die Krankenkassen, aufgrund der ansteigenden Krankschreibungen bestätigen.

Der Begriff BURNOUT kommt aus der Arbeitswelt und wurde in den 70ern von dem Psychoanalytiker Herbert Freudenberger erstmals eingeführt, als er sich mit dem Phänomen der totalen Erschöpfung beim Pflegepersonal auseinandersetzte.

So veröffentlichte Prof. M. Berger im Dt. Ärzteblatt, Mai 2012, die unten dargestellte Klassifikation von ֦Arbeitsüberforderung, Burnout und Krankheiten" 1) angelehnt an FREUDENBERGER bzw. MASLACH Darstellung des Phänomens BURNOUT.

Dtsch  Artzebl 2012; 109(14):A 700-2
Dtsch Artzebl 2012; 109(14):A 700-2

Anhand der Skizze erkennt man, dass letztendlich erst bei den beschriebenen Symptomen eine Klassifizierung hinsichtlich einer medizinischen Diagnostik gegeben ist.

Wie Prof. M. Berger weiter in dem zitierten Artikel ausführt, liegt die Verantwortung in Deutschland für die Primärprävention von Funktionseinbußen und Krankheiten nicht beim Gesundheitssystem. ֦Bei Burn-out Beschwerden können Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten eine indizierte Diagnostik durchführen. Nur wenn bei Burn-out-Beschwerden eine psychische oder somatische Erkrankung festgestellt wird, besteht Anspruch auf eine längerfristige kassenwirksame Leistung, wie eine ambulante oder stationäre Psychotherapie."2)

Jedoch hat sich letztendlich der Begriff Burnout mit seinen beschriebenen Beschwerden immer mehr auch in andere Bereiche des Lebens verfestigt. So zeigen Studenten, Arbeitslose, Mütter in einer Doppelbelastung und andere Personen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen die viel gefächerten Symptome eines Burnouts.

Setzten wir BURNOUT mit dem Zustand einer totalen Erschöpfung gleich, dann beschreibt dieser Begriff sehr passend: Ein Mensch, der an einem BURNOUT leidet, erlebt sich als völlig ֦leer gebrannt". Sein Zustand äußert sich durch Lustlosigkeit, ständige Müdigkeit, Gereiztheit, Interessenlosigkeit, depressiver Grundstimmung und durch das so erschlagende Gefühl von diffuser Mattigkeit gepaart mit einer überdimensionalen Leere.

Begleitet wird dieser Zustand häufig mit körperlichen Symptomen u.a. wie Magenschmerzen, Darmbeschwerden, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen sowie Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen. Besonders häufig tritt der Hörsturz (Tinnitus) und die unterschiedlichsten Erkrankungen des Immunsystems (u.a. Psoriasis, Fibromyalgie) auf.

Ebenfalls typisch für BURNOUT sind häufige Stimmungsschwankungen, sich nicht mehr richtig Freuen können, der Verlust der Libido/Potenz und der Rückzug in die soziale Einsamkeit.

Der Zustand des absoluten Ausgebranntseins ist eine Zustand völliger geistiger, körperlicher und seelischer Erschöpfung und lässt sich dann nicht mehr durch einen Urlaub oder paar Tage frei machen beheben.

Professionelle Hilfe ist dann angebracht z.B. durch eine Psychotherapie in Kooperation mit dem behandelnden Hausarzt. Anhand der vorhandenen Symptome kann eine medizinische Diagnostik geleistet werden, so dass diese Behandlungen von den Krankenkassen im Allgemeinen übernommen werden. Doch häufig sind in Notfällen nicht sofort geeignete Psychotherapieplätze vorhanden. In besonderen Fällen kann der Betroffene die ambulante Burnout- Direkt-Hilfe in Anspruch nehmen.

Wichtig ist jedoch, dass die Menschen für dieses Phänomen des BURNOUTs sensibilisiert werden und Achtsamkeit entwickeln sich selbst gegenüber. Vorbeugen ist besser als heilen!

Aus diesem Grunde bieten die Krankenkassen die unterschiedlichsten Präventionsmaßnahmen an u.a. Yoga, Autogenes-Training sowie Entspannungs-und Anti-Stresskurse. Auch haben sich in verschiedenen Städten Selbsthilfegruppen gebildet. Ebenfalls wird in den Firmen immer mehr darauf geachtet, dass Stress und Überforderungen am Arbeitsplatz eingeschränkt werden. Dies ist jedoch eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers und so passiert es, leider noch zu häufig, dass das gesundheitliche Wohlbefinden des Arbeitnehmers nicht an erster Stelle steht sondern der Profit.

*1 +2 Dtsch Artzebl 2012; 109(14):A 700-2
Literatur
Berger, M. Prof. Dr. med. (2012). Burnout ist keine Krankheit, Dtsch Artzebl. Heft 5, 212-214
Genz, A., Dr. (2012) 5 Fragen an Dr. Andreas Genz, www.report-psychologie.de
Rosa, H. (2008) Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne, Suhrkamp, Berlin
Selye, H. (1979) Stress mein Leben, Kindler Verlag, München
Vester, F. (1976). Phänomen Stress, Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart
Zarbock,G., Ammann, A. & Ringer, S. (2012). Achtsamkeit für Psychotherapeuten und Berater. Weinheim Beltz
Zarbock,G., Ammann, A. & Ringer, S. (2012). Achtsamkeit - ein Weg zur Burnout-Prophylaxe, report psychologie,5, 220-221